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Alt 16.04.2010, 19:10
phillipp.gonser phillipp.gonser ist offline
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Standard Beitrag zur internationalen Krebsbekämpfung

In der Nature berichtet ein 200-köpfiges Autorenteam über die Ziele und Rahmenbedingungen des "International Cancer Genome Consortium". Ziel ist es, die genetischen Veränderungen in den wichtigsten Tumorformen zu analysieren.

Das "International Cancer Genome Consortium" (ICGC) ist ein biomedizinisches Großprojekt, zu dem sich führende Krebsforscher weltweit zusammengeschlossen haben. Ziel ist es, die genetischen Veränderungen in den wichtigsten Tumorformen zu analysieren, um neue und verbesserte Ansätze zur Prävention, Diagnose und Therapie zu finden. In der aktuellen Ausgabe von Nature stellen die Wissenschaftler die geplanten Arbeiten vor. Schwerpunkt des Artikels sind die einzelnen Projektschritte sowie die ethischen Rahmenbedingungen, das Studiendesign und die formalen Vorgaben für alle beteiligten Forschergruppen. Insgesamt soll die Erbinformation von mehr als 25.000 Tumoren analysiert werden. Darüber hinaus wird thematisiert, wie die Ergebnisse den Krebsforschern weltweit schnell und zuverlässig in Form einer Datenbank zur Verfügung gestellt werden können.
Analyse der genetischen Ausstattung

Jede Krebserkrankung ist auf genetische Veränderungen zurückzuführen, die eine normale Körperzelle zur Krebszelle werden lassen. Bekannt ist, dass diese Genveränderungen je nach Tumorart stark variieren. Nur durch eine umfassende Analyse der genetischen Ausstattung einer bösartig veränderten Zelle können die komplexen Vorgänge der molekularen Krebsentstehung verstanden werden. Das BMBF und die Deutsche Krebshilfe ermöglichen gemeinsam, dass sich ein deutsches Forschungskonsortiums am "International Cancer Genome Consortium" beteiligen kann. Beide Partner stellen zusammen rund 15 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung. Die Mittel der beiden deutschen Förderer fließen in einen Forschungsverbund zum Thema Hirntumoren bei Kindern. Diese Krebserkrankungen haben bei Kindern die höchste Sterblichkeitsrate. "Ziel ist es, die Erbinformation in den Tumorzellen von je 300 Patienten mit so genannten Medulloblastomen und Astrozytomen vollständig zu entschlüsseln", so Professor Dr. Peter Lichter vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Lichter ist Sprecher des deutschen Verbundes. Die Ergebnisse sollen ein besseres Verständnis der biologischen und medizinischen Eigenschaften von kindlichen Hirntumoren ermöglichen, um neue und gezielte Therapien zu entwickeln.

Mit der Finanzierung des Projekts ergänzt das BMBF seine im Rahmen des Programms der medizinischen Genomforschung (Nationales Genomforschungsnetz, NGFN) laufenden Aktivitäten und baut diese international aus. Die Deutsche Krebshilfe fördert seit 35 Jahren wissenschaftliche Forschungsaktivitäten zum Thema Krebs. "Als private Organisation hatte die Deutsche Krebshilfe schon immer das Ziel, gemeinsam mit öffentlichen Trägern grundlegende und umfangreiche Projekte zu verwirklichen und somit Synergien zu schaffen. Das Gemeinschaftsprojekt ist ein hervorragendes, zukunftsweisendes Beispiel einer solchen Partnerschaft", betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.
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